Freitag, 22. Januar 2021

Wunschlos

Hegt die Hoffnung stets im Grauen
Lasst mich eure Wünsche klauen
Lasst mich jeden Wunsch entfernen
Lasst den Himmel mich entsternen
Lasst die Wunschbrunn‘ mich entleeren
Lasst mich eure Wimpern scheren
Sodass eines Tages irgendwann
Sich niemand mehr was wünschen kann.

In Liebe fallen

 

Hilflos fallend, tiefer Sturz  

So gibt es kein Vermeiden  

doch ist das Leben viel zu kurz

um nicht darin zu leiden

Samstag, 26. Dezember 2020

Haltlos

Alles scheint so handfest
Ergreif es mit der Hand fest
So fest, dass du es nicht loslässt
Mit festem Halt

Doch entrinnt es ohne Grenzen
In deiner Hand hinab  
Ins Meer der Ambivalenzen
Ganz und gar haltlos

Nichts zu greifen kein Halt
An jedem Weg ein Halt 
Halt eindeutig uneindeutig, 
unaufhaltsam

Sich in der Haltlosigkeit halten
Nicht haltlos, sondern wahr
Sie endlich auszuhalten
Als Teil von sich 


Sonntag, 30. August 2020

Im Nein Sein

sagt mir wer ihr ihr seit,

so weiß ich was ich nicht bin


ex nihilo nihil fit

doch sich im nicht zu definieren 


sich in euren Worten zu begreifen 

da es keine Worte für mich gibt


ohne, niemals kein, nicht, niemals, nein

Alles verneinend aber doch nie schweigend


Im Nein zu Sein kommt nicht der Sinn

dass ich das Nein nicht schuldig bin 


Mittwoch, 5. Februar 2020

Sich setzten

Ich setze mich
wie eine Schachfigur
setze alles
und bleibe stur

Stur und setz nicht aus, 
weil ich nie warte
setz mich nie
doch alles auf eine Karte

Ich setz mich
nie zur Ruhe
widersetz mich nicht
in allem, was ich tue

Niemals traurig weinend
niemals Letzter
immer der Gesetzte seiend
nie der Setzer

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Gedankendomino


Stein um Stein
Gedanke um Gedanke
Nein und Nein
Schranke über Schranke

Eines aus dem andern
Stoß folgt Stoß
Unfrei zu wandern
Im Gedankenriesengroß

Aber schaue und schaue
wie alles dort zusammenfällt
Seh nicht leer ins Blaue
Doch ins Unendlich meiner selbst

Staunend sein


Ungewollt durch Zufall zum Schönsten geworden
es sich vor mir entfaltet
Selektiert und überlebt, zum Glück nicht gestorben
Ewig jung und nie veraltet

So auch ich im Werden aller Dinge gelenkt
Ich Ursache der Wirkung bleibe
Kausal gewebt der Stoff der Gedanken denkt
auch wie ich dies hier schreibe

Dennoch trauer ich meiner Freiheit nicht nach, Nein
Setzt nicht an zum letzten Sprung
Denn der Vorbestimmtheit Eigensinn muss sein
Das Leben in Begeisterung

So soll man mir nicht sagen
Ich dürfte nicht zu staunen wagen